Wirtschaftsstrafrecht:

Vorsteuerabzug bei Rechnungen von Briefkastenfirmen

31. Januar 2019

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit zwei Entscheidungen vom 21.6.2018 den Vorsteuerabzug für Unternehmen erheblich erleichtert und erkennt Rechnungen von Briefkastenfirmen unter bestimmten Bedingungen nunmehr entgegen seiner bisherigen Rechtsprechung an.

In nahezu jeder Umsatzsteuer-Sonderprüfung erkannte die Finanzverwaltung den Vorsteuerabzug von Rechnungen von Unternehmen, die ihr Unternehmen über eine sogenannte Briefkastenadresse betreiben, nicht an. Eine formale Anforderung des Vorsteuerabzuges ist gemäß § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG die Angabe der Adresse des leistenden Unternehmers

Es ist absehbar, dass sich der bisherige Streit mit der Finanzverwaltung zukünftig auf die Frage der Erreichbarkeit des leistenden Unternehmers verlagern wird. Gerade bei größeren Summen und bei dauerhaften Geschäftsverbindungen sollte sich der bestellende Unternehmer nicht nur auf mögliche Angaben des Impressums oder des Handelsregisters verlassen, sondern im Zweifel unter anderem auch die postalische Erreichbarkeit seines Geschäftspartners dokumentieren.

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