Wirtschaftsrecht:

BGH zur Haftung im Maklerrecht

05. März 2019

Versierte Immobilienmakler kennen die steuerlichen Rahmenbedingungen bei Immobilienkäufen. Maklerkunden, die sich die Kosten für einen Steuerberater sparen wollen, könnten auf die Idee kommen, sich allein auf den Makler zu verlassen. Dieser wird schon auf steuerliches Ungemach hinweisen (müssen), oder?

Der Bundesgerichtshof hatte sich kürzlich mit dieser Frage des Maklerrechts beschäftigt (BGH, Urt. v. 12.7.2018 – I ZR 152/17). Hier hatte ein Makler, der für sich in Anspruch nahm, eine qualifizierte Immobilienvermarktung aufgrund langjähriger Markterfahrung zu betreiben, die Verkäuferin einer vermieteten Immobilie nicht auf die Besonderheit der Zehnjahresfrist für die steuerliche Belastung des Verkaufserlöses für nicht eigengenutzte Immobilien hingewiesen. Das Mietshaus wurde veräußert. Erst nach Eingehen des Steuerbescheids, merkte die Verkäuferin, dass ihre Rendite durch die Steuern merklich reduziert wurde.

Das Urteil ist in mehrerlei Hinsicht lehrreich. Zum einen illustriert das Urteil gut, dass der Makler potentiell weitreichenden Haftungsrisiken ausgesetzt ist. Der professionell agierende Makler tut gut daran, rechtssichere Allgemeine Geschäftsbedingungen zu verwenden und natürlich seine Tätigkeit stets gewissenhaft auszuüben. So kann das Haftungsrisiko signifikant reduziert werden. Insbesondere muss der Makler auf ihm bekannte Risiken hinweisen, auch wenn die Provision noch so sehr lockt.

 

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